Montag, 8. Juli 2019

Spurensuche Vol. 2

Inzwischen sind wir nun schon knapp ein Jahr in Frankreich.
Das Lernen der Sprache und - parallel dazu - das Gründen der Gemeinde nimmt uns zeitlich stark in Anspruch, so dass wir unseren Blog nicht ganz so regelmäßig pflegen können, wie wir es eigentlich gerne tun würden. Es gibt aber trotzdem mehrere Möglichkeiten mit uns regelmäßig in Kontakt zu sein:
Unser Newsletter erscheint 4x / Jahr und eine Gebets-Info 1x / Woche.
Wer daran interessiert ist, kann uns gerne eine Mail schreiben an: claudia.bolanz@gmx.net

Hier noch zwei Youtube-Clips von uns:
https://www.youtube.com/watch?v=LIf6botwv9k&t=38s
https://www.youtube.com/watch?v=AfCrKU2xM4g&t=7s

Und abschließend ein aktueller Artikel, den Claudia kürzlich geschrieben hat:

Herzliche Grüße,
Eure Bolanz-Family

Samstag, 24. November 2018

Bolanz-Family auf Spurensuche


Inzwischen wohnen wir nun schon knapp vier Monate in Montpellier, der achtgrößten Stadt Frankreichs. Die Einwohnerzahl wächst stark, ebenso wie die Wirtschaft. Es gibt sehr viele Neubaugebiete, pro Monat ziehen ca. 1000 neue Einwohner hierher. Die Stadtviertel sind so unterschiedlich und vielfältig wie die Menschen in Montpellier. Besonders zeichnet sich die Stadt durch ihre Liebe zu Kunst und Kultur aus. Selbst an der Tram sieht man, wie kreativ Montpellier ist.
Unser tägliches Verkehrsmittel zur Schule ins Stadtzentrum

Die Innenstadt hat viele wunderschöne alte Gebäude und erinnert ein klein wenig an Paris.

Place de La Comédie, das Herz von Montpellier


Eine Initiative für die Bekämpfung von Krebs


In der Mittagspause mit den Kids mal "kurz" in eine Ausstellung!
Fast täglich spielen Musiker auf den verschiedenen Plätzen ihre Lieder und erzeugen einen französischen Flair, den wir bisher nur aus Film und Fernsehen kannten. 

Das Leben in Montpellier fühlt sich für uns gut an und wir wissen, dass wir dort am richtigen Platz sind. An unseren freien Tagen erkunden wir gerade fleißig die Gegend. Von Montpellier aus ist man schnell direkt am Mittelmeer, aber auch in den Cevennen, wo wir schon einige Male Abenteuer erlebt haben!


Auch die Kids wandern total gerne!
An einem schönen Wasserfall in den Cevennen
Kunst findet man hier sogar im Gebirge
Die Landschaft ist wunderschön und auch bei Regenwetter muss es einem nicht unbedingt langweilig werden. Nichtsdestotrotz haben wir festgestellt, dass hier (im Gegensatz zu wie wir fanden in Deutschland...) Gummistiefel selbst für Erwachsene durchaus Sinn machen angesichts der Wassermassen, die hier so unterwegs sind wenn es regnet:

Glücklicherweise kommt das in Montpellier nicht allzu oft vor! Bei Regenwetter steht die Stadt still. Die Leute gehen kaum noch aus dem Haus (außer sie haben sehr wichtige Termine), am Wochenende wird alles abgesagt, die Trams haben Verspätung und Autofahren ist aufgrund eines sofortigen Verkehrschaos ebenfalls kaum noch möglich. Fazit: Regenwetter ist in Montpellier ein Abenteuer für sich!
Da kann man sich nur noch unter dem Schirm verstecken ;-)
Ein ganz neues Lebensgefühl für uns, wir genießen es sehr hier zu wohnen, auch wenn das Leben verglichen zu Ostdeutschland unheimlich teuer ist. Wir zahlen für genau die gleiche Wohnungsgröße von 62 qm mehr als die doppelte Miete und auch die Lebenshaltungskosten sind nicht vergleichbar mit Deutschland. Glücklicherweise dürfen wir an einen Gott glauben, der uns mit allem versorgt, was wir brauchen!

In Montpellier selbst wohnen wir im Südwesten, in einem von vier dicht beieinanderstehenden gleichartigen Gebäuden mit jeweils ungefähr 50 Bewohnern. 
Unsere Wohnung ist zwar klein, aber die Lage (zur Tram sind es zu Fuß nur fünf Minuten; in die Innenstadt fahren wir 11 Minuten) und unser großer Balkon sind super. 

Es grenzt fast schon an ein Wunder, wie viele Menschen wir hier schon innerhalb kürzester Zeit kennen lernen durften, sei es über die Schule unserer Kinder oder auch einfach über die Nachbarschaft. „Zufälligerweise“ ließ eine unserer Nachbarinnen ihren Sohn in der selben Schule wie wir (im Stadtzentrum) einschulen, so dass wir uns mit dem Hinbringen und Abholen abwechseln können. Eines von vielen WUNDERbaren Beispielen, wie uns Gott Beziehungen zu Menschen schenkt.

Dankbar sind wir auch für unser Team, denn wir müssen hier nicht alleine Gemeinde gründen, sondern zusammen mit Familie Dehner und Lisa Kimpel, was für ein Geschenk! Mehrmals pro Woche treffen wir uns um uns Gedanken darüber zu machen, wie eine neue Gemeinde in bzw. für Montpellier aussehen könnte, aber auch um die Stadt mit ihren Einwohnern immer besser kennen zu lernen, nicht zu vergessen die französische Kultur, die teilweise noch recht ungewohnt für uns ist.
Während unserer Treffen versuchen wir unsere insgesamt fünf Kids (1,2,3,4,5 Jahre - alles dabei!) halbwegs bei Laune zu halten. Ihr könnt euch vorstellen, wie es mit den kleinen Rabauken manchmal ganz schön drunter und drüber gehen kann. Aber sie genießen es sich gegenseitig zu haben und zusammen spielen zu können, da nehmen wir das Chaos drum herum dafür dann gerne in Kauf.
Die Schule unserer Kids im Stadtzentrum
Seit September gehen Luca (gerade vier Jahre alt geworden) und Joy (fast drei) in die „Schule“, wie es hier in Frankreich bereits zu diesem Zeitpunkt heißt. Luca geht ganztags und Joy hat noch etwas Gnadenfrist mit nur einem halben Tag. Anfangs war es für die Kids natürlich unheimlich schwierig, zum ersten Mal in ihrem Leben gleich über mehrere Stunden hinweg getrennt von uns bei ganz fremden Menschen zu sein, die eine völlig andere Sprache sprechen als sie selbst. Eine Eingewöhnungszeit gibt es in der Schule zu diesem Zeitpunkt in Frankreich nicht mehr (die meisten Kinder kommen mit wenigen Monaten bereits in die Kinderkrippe, vor allem auch deshalb, weil in Frankreich Elterngeld nur ganz kurz bezahlt wird). Das hat also dazu geführt, dass wir unsere Kinder bitterlich weinend die ersten Wochen hinweg an der Tür der Schule abgeben mussten und einfach nur beten konnten, dass sie es gut verkraften. Inzwischen haben wir den Eindruck, dass sie immer lieber zur Schule gehen. Die Lehrerinnen erzählen, dass die Kids „alles“ verstehen würden (manchmal bezweifeln wir das noch ein wenig…) und die ersten französischen Wörter sind auch schon über ihre Lippen gekommen. Schön ist auch, dass sie bereits Freunde in ihren Klassen gefunden haben.Hier noch ein paar Fotos:


2 Std. Mittagspause können ganz schön lang sein...
Klettern macht Luca noch immer viel Spaß
Hörbücher und Konstruieren - Lucas große Leidenschaften!


Mit Papa "fliegen"!


Nagellack - Joys neuste Leidenschaft ;-)

Nick geht täglich zur (Sprach-)Schule und versucht sich dazu zu motivieren. Das ist manchmal ganz schön herausfordernd, denn es gibt sicherlich Spannenderes als Grammatik oder Vokabeln zu lernen, zumal das Gründen einer Gemeinde ja viel mehr Freude macht und abwechslungsreicher ist als Sprache lernen. ;-) Aber er weiß ja (zumindest allermeistens, dass es für einen guten Zweck ist sich in diesem Bereich nun eben durchzubeißen in dieser herausfordernden Zeit).

Claudia hat zweimal pro Woche Sprachunterricht und trifft sich zwischendurch mit allen möglichen Leuten um Französisch sprechen zu üben. Das Alltagsmanagement nimmt noch relativ viel Zeit in Anspruch. Früher ist sie eben beispielsweise einfach „kurz“ rüber zum Aldi, wenn wir mal was gebraucht haben und hier versuchen wir nun aufgrund der etwas weiteren Entfernung günstiger Einkaufsmöglichkeiten einmal pro Woche einen Großeinkauf zu machen, der dann aber auch gleich mal einen ganzen Vormittag in Anspruch nimmt (warum machen die Läden auch erst um 8:30 Uhr auf..?!). Man kann sich hier übrigens nicht darauf verlassen, dass es die Dinge, die man benötigt, an dem gewünschten Einkaufstag dann auch wirklich im Laden gibt, das heißt, man braucht zuhause einfach irgendwo einen kleinen Vorrat an Grundnahrungsmitteln, auf die man im Notfall zurückgreifen kann. Ein letztes weiteres Beispiel für Zeitfresser ist das Betanken des Autos, das derzeit aufgrund der Streiks hier ein kleines Glücksspiel ist, ob man noch Sprit bekommt oder ob man es an einem anderen Tag eben nochmal probieren muss. Faszinierend die entspannten Franzosen dabei zu beobachten, wann werden wir auch endlich so…?! Alles neue Erfahrungen für uns hier in Südfrankreich.

Mit dem Leben in Frankreich hat für uns ein neuer Lebensabschnitt begonnen und so möchten wir auch unseren Blog zukünftig ein wenig ändern. Wir haben deshalb vor, hier demnächst öfter unser Leben mit euch zu teilen und träumen gleichzeitig davon, dass es auch dich in DEINEM Leben inspiriert. Wir möchten mit dir unsere Gedanken über Gott teilen, aber auch Erlebnisse, die wir mit ihm gemacht haben. Zur Zeit laufen wir fast täglich durch Montpellier und uns fällt auf, wie Gott Spuren in der Stadt hinterlässt. Spuren, die wir vielleicht nicht auf den ersten Blick für uns erkennen können, aber vielleicht beim zweiten Hinschauen. Spuren, die unserem Leben Sinn und Hoffnung geben. Spuren, die uns glücklich machen und uns Frieden im Herzen schenken. 
Möchtest du mit uns auf Spurensuche gehen? 
Welche Spuren hast du an deinem Wohnort schon wahrgenommen und welche Folge hatte das für dich? 
Wer findet das Kreuz...?
Liebe Spurensucher,
seid reich gesegnet!

Eure Bolanz-Family

Nick & Claudia mit Luca & Joy

Adresse:
4163 Bvd. Paul Valéry
Les Folies Du Parc
Bât. C, App. 15
F- 34070 Montpellier

Bankverbindung:
Familie Bolanz
DE53500502011242201848

Samstag, 23. Juni 2018

Wunder geschehen & Türen öffnen sich: Frankreich - Wir kommen!

 Bevor wir uns – nun voraussichtlich spätestens Mitte Juli – nach Frankreich verabschieden werden, möchten wir euch über unsere Zeit zwischen dem Abschied in der Oase Ende April und unserem bald anstehenden Umzug nach Montpellier updaten, was wir als Familie mit Gott erlebt haben.

Im Umzugsstress völlig untergegangen ist unser letzter Oase-Rundbrief. Unter diesem Link könnt ihr ihn durchlesen:
Darin steht auch ein Artikel von uns zum Thema „Jüngerschaft".
Hier noch einige Bilder von unserer Abschiedsfeier in der Oase:

Familien-Segnung

Wir waren überwältigt von den vielen Menschen, die uns nochmals ein letztes Mal in den Arm genommen haben und denen es mindestens ebenso schwerfällt wie uns die Oase zukünftig ohne „Die Bolanzens“ zu denken. 

Aber unser Sozialarbeiter Aaron Köpke wird die Oase sicherlich sehr gut und weise weiterleiten bis Anfang nächsten Jahres unsere Nachfolger kommen werden: Pastor  Jonathan Nill mit seiner Frau Melanie. Bitte betet weiter für die Oase, für das Leitungsteam und für die vielen Menschen des Reitbahnviertels.

Besonders berührt waren wir, als Joy und Luca zum Abschied Handpuppe „Fine“ geschenkt bekamen, die eine Zwillingsschwester von „Finja“ ist, die unsere Kids schon seit ihrer Zeit in der Oase-Krabbelgruppe jede Woche begleitet und ihnen Geschichten von und mit Jesus erzählt hat. 

Selten haben wir alle an einem Tag so viele Tränen vergossen wie am Tag unserer Verabschiedung. 

 Auch der Abschied von „unserem“ Deutschlandteam der Liebenzeller Mission war schmerzhaft, denn wir haben jeden Einzelnen sehr in unser Herz geschlossen. 

Zum Abschied bekamen wir (bzw. unsere Kids) zwei Regenschirme, an denen gute Wünsche und Erinnerungen angehängt waren, die uns nach Frankreich begleiten werden.
 Da nach unserem Umzug (anbei ein paar „Impressionen“ davon… DANKE DANKE DANKE für die vielen Helfer!!!!) eine Zeit angesetzt war, in der wir in verschiedenen Gemeinden und Gruppen von unserer Arbeit erzählten, zogen wir kurzerhand interimsmäßig nach Heilbronn um, was uns einen klaren, auch emotionalen, Schnitt zwischen der alten und neuen Arbeit ermöglicht.
Flaschenzug Marke Eigenbau
Imbiss auf dem Gehweg nach getaner Arbeit


Luca durfte im LKW mitfahren
Ankunft in Heilbronn
 Kurz vor dem Beginn unseres Reisedienstes besuchten wir – ausnahmsweise mal nur privat (😊) – das Kindermissionsfest in Bad Liebenzell. Für die Kids wurde ein Traum wahr, Mäxi endlich mal „live“ zu sehen. 
 Für alle, die Kinder haben: Bestellt euch unbedingt die DVDs von Mäxi: http://www.liebenzell.org/deutschland/fuer-kinder/material/

Mäxi reist immer in unterschiedliche Länder der Erde, in denen Missionare arbeiten und erzählt, was diese Menschen dort mit Gott erleben. Ganz tolle Filme sind das!

Ein Highlight unseres Reisdienstes war anschließend das Pfingstmissionsfest in Bad Liebenzell. Natürlich waren auch unsere Kids mit von der Partie. 
 Claudi und Joy blieben noch ein letztes Mal Deutschland treu und warfen sich in ein Deutschland-Outfit, passend zur anstehenden Fußball-WM. Die Jungs wagten stattdessen schon den Schritt hin nach Frankreich und trugen Frankreich-Trikots. Bei unserem Bühnenauftritt fühlten sich Joy und Luca sehr in ihrem Element. Bilder sagen da mehr als tausend Worte:
 
 
 Wir beten, dass dies so bleibt und dass sie ihre Liebe hin zu vielen Menschen niemals verlieren! Sie sind alles andere als kontaktscheu.

An unserem „Deutsch-Französischen-Einheitsstand“, an dem es leckeren Käse zu probieren gab, kamen wir mit vielen Menschen ins Gespräch, sind sehr dankbar für das große Interesse und Mittragen, aber wir hatten auch mit unseren Kollegen viel Freude, wie z. B. mit Jana Kontermann (Berlin):
 
 Die Kids waren bei vielen Reisedienst-Einsätzen einfach mit dabei und begeisterten mit ihrer offenen, unbeschwerten Art eins ums andere Mal die Menschen, die wir trafen. 
Während Papas Predigt...

Claudi erzählte meistens von unserem Dienst in der Oase und von der anstehenden Gemeindegründungsarbeit in Frankreich und Nick hielt anschließend die Predigt. Für uns als Familie war der Reisedienst eine schöne abwechslungsreiche Zeit, wenn auch sehr herausfordernd, denn parallel dazu hielten wir schon nach Wohnungen in Montpellier Ausschau.

Ein Thema, das während unseres Reisedienstes auch immer wieder zur Sprache kam, war unser Leben nicht nur als Familie, sondern auch als Ehepaar. Den „Aufhänger“ hierzu bildete ein Artikel von uns, der kürzlich in einer Zeitschrift erschien:
 
 Dadurch, dass uns viele Menschen auf diesen Artikel angesprochen hatten, realisierten wir, dass das Thema „Ehe“ viel öfter ein Thema auch in Gemeinden sein sollte als es bisher der Fall zu sein scheint. Wie uns Gott in diesem Bereich zukünftig weiter benutzten wird, wissen wir noch nicht. Aber wir sind offen für die Türen, die er uns öffnen wird, vielleicht auch in Montpellier.

Nach unserem Reisedienst standen unterschiedliche organisatorische Dinge im Mittelpunkt, wie vor allem die Wohnungssuche. Diese gestaltete sich als sehr herausfordernd. Die allermeisten Wohnungen in Frankreich werden über Immobilienagenturen vermietet. Bei diesen darf man sich wiederum nur bewerben, wenn das Nettogehalt nicht niedriger ist als 1/3 der Miete. Schon allein durch diese Vorgabe fielen viele Wohnungen, die nicht nur schön und groß, sondern auch aus gemeindegründungstechnischer Sicht in einer optimalen Lage gewesen wären (z. B. in einem Neubaugebiet, das innerhalb des Stadtentwicklungsplans von Montpellier liegt) sofort durchs Raster. Letztlich blieb nur noch der eine Weg, direkt nach Montpellier zu fahren um bei Agenturen persönlich anzufragen, weil wir auf Anfragen per Email kaum Antworten erhalten hatten. In Montpellier erlebten wir viele offene Türen und wahrhaftige Wunder. Als wir schon auf dem Weg mit dem Auto nach Montpellier waren, erhielten wir die Mitteilung, dass wir kostenlos bei einem Pastor in Montpellier übernachten dürften. Davids Familie stellte sich als unglaublich gastfreundlich heraus. Sie haben vier Kinder, zwei davon ungefähr im Alter unserer eigenen Kids. David hat uns ein Handy ausgeliehen, so dass wir nun eine französische Handynummer haben, die für den Kontakt zu den Immobilienagenturen sehr wichtig ist. Was für ein Geschenk also David mit seiner Familie kennengelernt zu haben! 
Wir wurden übrigens vorher schon von mehreren "Frankreichkennern" vorgewarnt, dass die meisten Immobilienagenturen sehr rigoros seien und erst mal Dokumente von uns sehen wollen (die wir zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal hatten). Aber nichts von alledem ist in der Realität passiert. Wir mussten vor den Besichtigungen überhaupt nichts vorlegen. Darüber hinaus hatten wir ausschließlich Kontakt zu absolut freundlichen Immobilienmaklern. Was für ein Wunder! Hinzu kam, dass wir, während wir auf dem Spielplatz in der Nähe einer Wohnung, die wir besichtigen wollten, zwei Mütter trafen mit denen wir ins Gespräch kamen. Diese Mütter machten mit ihren Kids gerade Mittagspause und erzählten uns, dass ihre Kinder ganz in der Nähe in eine christliche Schule gingen! Als wir Interesse zeigten, nahmen sie uns nach der Pause kurzerhand spontan mit und stellten uns dort der Schulleiterin vor, die zwar auf Anhieb wegen der langen Warteliste keinen Platz für unsere Kids hatte, aber uns wiederum weitere Adressen von christlichen Schulen gab, wo wir anfragen könnten, ob sie für unsere Kinder noch Plätze freihätten. Wiederum waren wir beeindruckt von so viel Freundlichkeit und Entgegenkommen. Kurzentschlossen schauten wir dann auch noch bei einer anderen christlichen Schule vorbei, die im Stadtzentrum ganz in der Nähe unserer Sprachschule ist, bei der wir uns vermutlich anmelden werden. Zunächst sagte die Lehrerin, die uns öffnete (die Schulen sind in Frankreich während des Unterrichts immer verschlossen!), dass die Schulleiterin eigentlich erst am Nachmittag Zeit hätte. Als wir ihr sagten, dass wir heute Mittag aber wieder nach Deutschland zu unseren Kindern zurückfahren müssten, holte sie die Schulleiterin einfach aus dem Unterricht heraus (wie unangenehm für uns…!). Auch diese Schulleiterin war super-freundlich und erzählte, dass Luca totales Glück habe, denn in die Klasse, in die er kommen würde, ziehe ein Schüler von Montpellier weg und somit könnte Luca diesen Platz bekommen! In Joys Klasse sei ohnehin noch genügend Platz. Also haben wir beide Kinder kurzentschlossen vor-angemeldet! 
Ein weiteres Wunder war für uns, dass uns – irgendwie – immer alle Menschen verstanden haben, wenn wir mit ihnen auf Französisch redeten. 
Wir empfinden durch diese Erlebnisse immer mehr Sicherheit, dort zu sein, wo Gott uns haben will und sind auf weitere Abenteuer mit IHM gespannt! 
Nach diesen drei anstrengenden und erlebnisreichen Tagen in Montpellier haben wir auf diese Art und Weise versucht zu entspannen: Viele Senfchips (Claudis neues „Lieblingsgericht“) und eine schöne Flasche Rotwein! :-)
 Einige Tage nach unserem „Wohnungssuch-Trip nach Montpellier“ können wir folgende Bilanz ziehen: Bewerbung auf 3 Wohnungen --> DREI (!!!!!) Zusagen!!!! So wie es nun aussieht, können wir uns also sogar eine Wohnung aussuchen (wir glauben das allerdings erst, wenn wir wirklich den Mietvertrag in Händen halten...). Das kann nur Gott. Danke Jesus! Zwar hat Jesus bisher noch nichts an unserer finanziellen Situation geändert und daran, dass die jetzige Miete mehr als das doppelte unserer alten Miete in Neubrandenburg (bei fast gleichbleibendem Gehalt) kosten wird – aber wir sind zuversichtlich, dass Gott auch hier die Dinge in seiner Hand hält und uns seine übernatürliche Versorgung schenken wird. Es ist echt ein Abenteuer, von Gott abhängig zu sein. Zwar ist es herausfordernd, aber wir möchten niemals tauschen. Erst wenn wir an dem Punkt ankommen, wo wir Dinge nicht mehr selbst in der Hand haben oder selbst kontrollieren oder „schaffen“ können, hat Gott die Möglichkeit übernatürlich einzugreifen. Nun der kurze Impuls dazu: Wo gibt es in DEINEM Leben Bereiche, in denen Gott überhaupt nicht zu wirken braucht oder du ihm keine Möglichkeiten gibst Wunder zu tun, weil du selbst alles so gut im Griff hast…? 😉

Jetzt hört sich dieser Weg – im Nachhinein betrachtet – zwar „locker“ an, aber er hat uns schon einiges gekostet:
a) Wir verlieren die enge Beziehung zu vielen lieben Menschen aus Neubrandenburg. Auch Luca & Joy müssen ihre Freunde und Ersatz-Omas und Opas leider zurücklassen. In Montpellier müssen wir solche Beziehungen erst wieder ganz neu aufbauen, das braucht viel Zeit.
b) Wir haben uns durch den Umzug nach Frankreich entschieden, noch weiter weg von Claudis Familie zu sein, was für alle Beteiligten nicht einfach ist. Aber Gott kümmert sich auch hier!
c) Wir werden in ein Land ziehen, in dem das Beherrschen der Landessprache (nicht nur für einen Pastor, aber besonders auch für diesen!) die wichtigste Kompetenz ist. Bitte betet für ein Sprachwunder für Nick!
d) Eigentlich wollte Claudi im kommenden Schuljahr wieder als Lehrerin weiterarbeiten (wenn wir in Deutschland geblieben wären). Das geht aber in Frankreich nicht, weil sie die Sprache noch nicht gut genug sprechen kann und deutsche Abschlüsse dort nicht akzeptiert werden. Das heißt, wir müssen in den nächsten beiden Jahren mit sehr wenig Geld auskommen. Aber Gott weiß das und wird sich kümmern!
e) Unser bisheriges Auto, Claudis geliebter alter Audi, würde zu viel an „Strafgebühr“ kosten, wenn wir es mit nach Frankreich nehmen würden. Also mussten wir den Audi verkaufen. Gott hat es so gemacht, dass wir etwas mehr dafür bekommen haben, als er eigentlich noch wert gewesen wäre. Mit einem Teil davon konnten wir uns nun ein Auto kaufen, das weniger Strafgebühr kostet und noch dazu etwas neuer ist und weniger Kilometer auf dem Tacho hat. Danke Jesus!
alt
neu






 Eine der letzten wichtigen Baustellen ist jetzt noch, dass wir unbedingt sehr bald ein französisches Bankkonto brauchen. Der Antrag hierfür ist schon lange gestellt und wir beten, dass es bald klappt, denn ein französisches Bankkonto ist die Voraussetzung für die Anmietung einer Wohnung. 


Zwischendurch haben wir unsere „letzten paar Tage in Deutschland“ natürlich dazu genutzt um Familie und Freunde zu treffen. Nicks Mutter hat in dieser Zeit ihren 70. Geburtstag gefeiert.

 Marco und Silke aus Neubrandenburg haben uns zusammen mit ihrer Tochter Michelle für ein paar Tage besucht und wir verbrachten einen schönen Tag im Freizeitpark Tripsdrill. 
 
 
 
 Besonders beeindruckt hat uns, als Familie Kirchhoff erzählte, dass sie sofort mit uns Gemeinde gründen würden, wenn wir irgendwo in Deutschland blieben. Einen Dienst im Ausland trauen sie sich allerdings wegen der Sprache nicht zu. Schade, aber wir können sie verstehen. Vielleicht braucht es einfach noch ein bisschen Zeit, bis aus der Oase die ersten Missionare hervorgehen. Das Team bleibt jedenfalls weiter dran und wir sind dankbar, für alle, die mitbeten.


Jetzt noch zu unseren Kids:

Bei Luca haben wir die Zeit in Süddeutschland genutzt um eine Polypen- und Mandel-OP bei ihm machen zu lassen. Nun schnarcht er beim Schlafen nicht mehr, das ist super! 
Kurz vor der OP
Er ist mit seinen 3,5 Jahren ein sehr interessierter Junge, der Fragen stellt, die uns schon jetzt manchmal ins Schleudern bringen, weil wir nicht sofort eine Antwort darauf wissen. 
Papas Pulli zweckentfremdet


Mit Lucas Patentante Kathrin

  












Inzwischen hat Luca Fahrradfahren gelernt und liebt es noch immer auf seiner Gitarre zu spielen. 
Alle voll dabei :-)
 Beeindruckend war für uns, als er kürzlich zusammen mit Joy einen Oase-Gottesdienst „nachgespielt“ hat, „gepredigt“ hat und ganz zum Schluss – natürlich (typisch "Oase") – noch alle zum Grillen eingeladen hat:

Joy ist nach wie vor eine süße Maus, die das selbst auch sehr genau weiß. Ihrem Namen macht sie meistens alle Ehre und ihre frechen Zöpfchen sind ihr Markenzeichen. 
 



Mit Uroma Asta

Joy liebt es zu turnen und wenn im Turnen auch noch gesungen wird, ist sie überglücklich:

Vorsicht – wenn ihr dieses Video von ihr anschaut, könnte das Lied zum Ohrwurm werden:
 Seit kurzem ist sie nun auf dem Weg „trocken“ zu werden. Dies ist Voraussetzung, damit sie ab September in die „Ecole Maternelle“ in Montpellier darf. Einen Kindergarten gibt es in Frankreich in diesem Sinne nicht. Die Kinder sind von Anfang an in der „Schule“. Wir sind gespannt, wie das wird, denn eine Umstellung wird es auf jeden Fall.
"Schaffen" mit Opa
Worship mal anders ;-)
 Heidelberg ist eine Partnerstadt von Montpellier. „Zufälligerweise“ haben wir im Internet entdeckt, dass dort der Stadtentwickler von Montpellier einen Vortrag halten wird. Kurzerhand sind wir zu diesem Vortrag gefahren, der höchst interessant für uns war. Wir erfuhren, wohin sich die Stadt geografisch hinentwickeln wird und welche Neubaugebiete wo geplant sind. Beispielsweise wird gerade ein ehemaliges Gelände der Armee zu einem Neubaugebiet. Die katholische Kapelle der Armee wird (leider…) zu einer Kinderkrippe umfunktioniert, weil die Kirche keinen Bedarf an dieser Kapelle mehr hatte. 
Die zweckentfremdete katholische Kapelle
Schade, aber im Umkehrschluss zeigt uns das, wie notwendig neue Gemeinden in Montpellier sind.

Als wir uns kürzlich mit einem bekannten französischen Gemeindegründer unterhalten hatten, fragten wir etwas provokativ, ob er es überhaupt für effektiv hält, wenn „Ausländer“ in Frankreich Gemeinden gründen, denn man muss wissen, dass ein perfektes (!) Beherrschen der Sprache für die Franzosen unheimlich wichtig ist um andere, wie z. B. einen Pastor, überhaupt als eine Autorität anzuerkennen. Daraufhin erklärte uns der französische Gemeindegründer, dass Frankreich unbedingt noch auf die Hilfe von außen angewiesen sei, weil es nur 1% evangelikale Christen in Frankreich gibt. Also scheinen wir hier am richtigen Platz zu sein. 
Wir sind gespannt, was Gott weiter mit uns vorhat.

Unser Umzug nach Montpellier wird voraussichtlich Mitte Juli stattfinden.

Danke für all eure Unterstützung!


Nick & Claudi mit Luca & Joy

PS: 
Wer es auf dem Herzen hat, unsere Arbeit - neben dem Mittragen im Gebet - auch finanziell mit zu unterstützen, kann sich gerne bei uns melden. Wir würden uns sehr darüber freuen und sind im teuren Frankreich wirklich auf Hilfe von außen angewiesen. 
Herzlichen DANK schon im Voraus dafür!