Sonntag, 28. Januar 2018

Bewegende Zeit(en)


Endlich melden wir uns mal wieder als Familie. Unsere Umzugsvorbereitungen nach Frankreich bzw. die Regelungen der Nachfolge hier in der Oase nehmen uns zeitlich und auch emotional ziemlich in Beschlag. Nichtsdestotrotz versuchen wir chronologisch dort anzufangen, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben. Im Herbst hat Claudi mit den Kids eine abenteuerliche Zugfahrt nach Schwabbach zu Oma und Opa unternommen, die sich natürlich sehr gefreut haben und wieder zu sehen.
Uroma war über unseren Besuch auch glücklich, denn inzwischen wohnt sie mit im selben Haus.
Weil sie mit ihren 90 Jahren noch immer absolut fußballbegeistert ist, sind wir mit ihr nach Stuttgart zum VFB gefahren, der noch dazu auch noch gegen Freiburg gewonnen hat. Wir waren überglücklich und es war ein genialer Abend, den wir – Andi sei Dank! – sogar im VIP-Bereich genießen durften.
 
Ein weiteres Highlight war mit Großtante Gaby ein Friseurbesuch bei Franzi. Seitdem geht er – ebenso wie Papa – nur noch selten ohne Gel in den Haaren aus dem Haus.








Kurze Zeit später fand in Mücke (Hessen) unser großes Familientreffen aller LMI-Deutschland-Mitarbeiter statt. Die Kids hatten parallel zu uns ihr eigenes Programm und waren ebenso begeistert wie wir über die tolle Zeit dort.
Dieses Team werden wir vermutlich sehr vermissen. Wir haben Freunde gewonnen und die gemeinsame bzw. ähnliche Arbeit verbindet auch über größere Entfernungen hinweg. Im März wird unser vorerst letztes LMI-Deutschlandtreffen stattfinden. Nick hat sich besonders auch darüber gefreut, sein Patenkind Elia mal wieder sehen zu können. Als wir kurz darauf Familie Farr nochmal in Berlin einen Besuch abstatteten, hatten alle Kids großen Spaß!

Wieder zurück in Neubrandenburg genossen wir die letzten wärmeren Sonnenstrahlen und waren Drachen steigen. Papa hatte mindestens ebenso viel Freude dabei wie die Kids.
 

Luca hat Sankt Martin als vorübergehenden Lieblingshelden für sich entdeckt. Die Geschichte fasziniert ihn sehr und das Highlight war dann ein „echter“ Sankt Martinsumzug mit seiner Minion-Laterne, die er ebenfalls über alles liebt. Aber König David hat es ihm ebenfalls zurzeit sehr angetan.
Auch von der Oase gibt es wieder einiges Neues zu berichten. Im Herbst durften die Kids zunächst einmal Tulpenzwiebeln vor der Oase eingraben und wir sind gespannt, wie die Wiese dann im Frühling aussehen wird. Die Kids waren begeistert bei der Sache und Luca fand es toll, seine „Bob Baumeister – Hose“ anhaben zu dürfen. 

Luca liebt nach wie vor das Klettern:
Joy lässt sich hingegen lieber mit einem Klettergurt durch die Wohnung schaukeln. 😉
Aber nicht nur Papa ist kreativ beim Spielen, sondern auch Luca. Seine „Kunstwerke“ mit allen möglichen Sachen und Materialien, bis hin zur eigenen Verkleidung, sind faszinierend. 

  
Lucas Ausdauer, zum Beispiel auch beim Bücher anschauen, ist ziemlich groß. Allerdings kann er auch schon ganz schön wütend werden, wenn etwas mal nicht so klappt, wie er es gerne hätte oder wenn ihm Joy andauernd hinterherrennt. Das aktuelle „Projekt“ ist das Trocken werden. Wir haben das Gefühl, dass das nun bald geschafft ist. Dann machen wir damit gleich bei Joy weiter, weil wir ja schon so gut in Übung sind. 😉

Lucas 3. Geburtstag haben wir auf Usedom mit einer großen Familie gefeiert. 
 
 Tja, und Joy ist nun auch schon 2 Jahre alt, die kleine Maus. 
Sie hat es nach wie vor faustdick hinter den Ohren, was man ihr auf den ersten Blick ansieht. 

Omi möchte sie mit dem Spruch: „Du bist mein Bonbon – rund und süß!“ manchmal aufziehen. Darauf erwidert Joy aber ganz selbstbewusst: „Ich bin kein Bonbon, ich bin eine JOY!“ 
 Wenn Mama nicht aufpasst, hat sie in Nullkommanichts die ganze Küche ausgeräumt. 







Aber auch Tanzen ist Joys große Leidenschaft:

In der Vorweihnachtszeit haben wir – gefühlt unendlich oft – Plätzchen gebacken. Ein großer Spaß für alle Kids: 



Und dann kam auch schon Weihnachten. Die Oase platzte bei der Weihnachtsfeier mal wieder aus allen Nähten. Unsere Oase-Käfer haben das Lied „Weihnachtsstern“ vorgesungen:
Beim Krippenspiel war Luca völlig entsetzt, weil sich der 2 Meter große Weihnachtsmann alias Aaron erdreistet hat, das Jesusbaby aus der Krippe in Marias Arme zu werfen um dann selbst Platz in der Krippe zu nehmen. Luca schimpfte darüber sehr, dass er das nicht tun darf. Der beabsichtigte Schock kam also zumindest bei Luca an. Wir wollten damit deutlich machen, dass für viele Menschen der Weihnachtsmann an Weihnachten eine größere Rolle spielt als Jesus. Vielleicht haben wir den Ein oder Anderen ein wenig zum Nachdenken gebracht. Zum Abschluss haben die größeren Kids ebenfalls noch ein tolles Lied gesungen, das die wahre Botschaft von Weihnachten enthält:
 In den Weihnachtsferien hatten wir anschließend als Familie das Vorrecht, bei Nicks Schwester Sandra in einem großen Haus wohnen zu dürfen während Sandra mit ihrer Familie in Frankreich Urlaub gemacht hat. Wir alle genossen es sehr, viel Platz zu haben. Vor allem Luca nutzte es aus, sich auch mal alleine in „sein“ Zimmer zurück zu ziehen um ganz in Ruhe spielen zu können. Wir haben einige Ausflüge unternommen.
 Omi und Opi freuten sich sehr darüber, dass wir nun in ihrer Nähe wohnten und so verbrachten wir viel Zeit miteinander. 

Auf dem Weihnachtsmarkt sind wir sogar Schlittschuh gelaufen!
  
In die Berge sind wir auch mal zum Schlitten fahren gefahren.
Kurze Zeit später hatte es dann sogar kurz zuhause Schnee!
Doch zu Silvester „mussten“ wir wieder zurück nach NB, weil in dieser Zeit oft kleine Anschläge auf die Oase verübt werden. Erst im vergangenen Jahr wurde an Silvester eine Türe der Oase kaputt gesprengt. Hier herrschen an Silvester fast schon bürgerkriegsähnliche Zustände. Gott sei Dank ist in diesem Jahr nichts passiert. Aber es war gut, dass Nick mit Oasefreund Marco vor Ort war um aufzupassen.
Das neue Jahr begann mit Oase-Klausurtagen auf Usedom. Unsere „Oase-Vision 2.0“ lautet:
„Wir wollen, dass Menschen verschiedener sozialer Herkunft Jesus Christus kennen, sie begeistert mit IHM leben, IHM leidenschaftlich nachfolgen, in ihren Lebensbereichen Verantwortung übernehmen und dadurch als Multiplikatoren ihr Umfeld positiv prägen.“
Das ist natürlich ein „steiler“ Satz, aber wir beten und tun unser Bestes, dass diese Worte in der Oase bald Wirklichkeit werden. Betet ihr mit?
Ein Teil der Klausurtage bestand darin, sich als Ehepaar zu überlegen, wofür wir im letzten Jahr in Bezug auf die Oase dankbar sein können und symbolisch Gott einen Dankaltar bauen. Wir sind daraufhin als Paar am Strand entlanggelaufen, aber es gab weit und breit kein Material, mit dem man einen Altar gut hätte bauen können. Irgendwie war es mir wichtig, den Altar nicht nur symbolisch, sondern „richtig“ zu bauen. Plötzlich fiel mein Blick auf kleine Muscheln, die im Sand lagen. Ich versuchte sie einigermaßen aufzutürmen, aber sehr „üppig“ wurde der Altar nicht.
Mein Eindruck war, dass dieser Altar aber mit meiner subjektiven Realität kompatibel ist. Mir war, als ob Gott sagt: „Auch wenn du weit und breit nicht das „Material“ siehst, das du vielleicht gerne hättest, so schenke ich dir doch einen Ersatz. Dieser Ersatz ist zwar nicht so wie du es dir gedacht hast, aber es kommt beim Dank nicht auf den Umfang an, sondern auf das Innere, das du damit verbindest. Manche Muscheln sind zwar zerbrochen und nicht mehr so schön, aber dennoch können sie als EIN Teil des Ganzen mit dazu beitragen, dass ein kleiner Dankalter entsteht. Das ist für mich symbolisch die Oase.
Eine andere Art von Altar konnten wir beim diesjährigen Auftaktgottesdient im Rahmen der Allianz-Gebetswoche in einer großen Nachbargemeinde bestaunen. Für den größten Lacher im gesamten Gottesdienst sorgte Joy, als sie Papa nach vorne laufen sah und in die Stille von der Empore herunter lautstark rief: „Das ist der Papa, das ist der Papa!“ Über Joys Sehschärfe muss ich mir seitdem zumindest erst mal keine Gedanken mehr machen. 😉
Luca war vom großen Gospelchor sehr fasziniert. Neuerdings darf er in der Oase bei „Kids probieren Musik“ mitmachen. Chris macht mit ihm etliche Experimente im musikalischen Bereich und Luca freut sich immer schon die ganze Woche auf diese paar Minuten. 
 

Er scheint ein ebenso feines Gehör wie Papa zu haben und das Rhythmusgefühl hat er glücklicherweise ebenfalls von ihm, Gott sei Dank!
 So ganz anders als traditionelle Gottesdienste sind „unsere“ Oase-Gottesdienste. Ein Bewerber meinte erst neulich zu uns: „Also eure Gottesdienste sind echt ein Unikat. Sie passen einfach total hierher und sind absolut authentisch.“ Da uns das Thema „Jüngerschaft“ in letzter Zeit sehr wichtig geworden ist, versuchen wir unsere Oase-Leute auch beim Gottesdienst direkt mit einzubinden. Maria, ein Urgestein aus unserem Viertel, macht zum Beispiel immer die Begrüßung. Sie ist einfach prädestiniert dafür und bringt es hin, dass ihr auch der letzte Zuhörer gebannt bei den Ansagen zuhört und beim Gebet mitbetet. Beim Lobpreis singt ein Mädchen von den Oase-Kids mit, die eine tolle Stimme hat, und vor der Bühne machen die größeren Kids Bewegungen dazu mit. 
 Vor der Predigt dürfen sie dann in ihr eigenes Programm. 

Alle Gottesdienstbesucher bilden mit ihren Armen einen Segenstunnel, durch den die Kids mit den Mitarbeitern hindurchlaufen dürfen und dabei von allen gesegnet werden. 
Für die Kleinkinder gibt es einen Krabbelraum, in dem die Eltern über Funkkopfhörer die Predigt mitverfolgen können. Nach dem Gottesdienst wird, wenn es nicht gerade eiskalt ist, draußen oft gegrillt. Silvio und Marco sind hier unsere Ober-Grillmeister, die es hinbekommen, dass innerhalb kürzester Zeit alle etwas Gegrilltes auf ihrem Teller haben.
 Die Gemeinschaft nach den Gottesdiensten ist besonders und wir sitzen noch lange beieinander.
Auch bei den Oase-Käfern gibt es Neuigkeiten: "Alt", aber bewährt ist zwar, dass wir noch immer gemeinsam mit den (älteren) Oase-Kids Lobpreis machen:
Und auch, dass wir unseren Oase-Käfern vermitteln, dass sie als "Königskinder" unendlich wertvoll, kostbar und von Gott geliebt sind:
 
Neu ist aber, dass sich ein paar Teenie-Mädchen, die inzwischen für die Oase-Kids zu groß geworden sind, ehrenamtlich bei den Oase-Käfern mit einbringen. Mittlerweile übernehmen sie schon verschiedene Teile selbstständig, wie zum Beispiel die Begrüßung mit einer Handpuppe oder die Vorbereitung von Bastelideen. 
 
 Sehr gerne machen sie auch als Figuren beim Anspiel mit. 

Und nebenbei lernen die Mädchen selbst neue Geschichten aus der Bibel kennen, die sie dann gleich wieder den kleinen Kids weitererzählen. 

Wir helfen ihnen also, zu einem Vorbild für die Oase-Kids zu werden und begleiten die Teenies auch im persönlichen Bereich. Becky hat inzwischen die Leitung der Oase-Käfer übernommen und so fällt es Claudi – zumindest in dieser Hinsicht – nicht ganz so schwer Ende April zu gehen, weil wir wissen, dass die Nachfolge, zumindest in diesem Bereich, sehr gut geregelt ist.
Allerdings werden wir vermutlich viele Tränen vergießen, wenn es dann dran ist nicht nur von unseren lieb gewonnenen Oase-Leuten Abschied nehmen zu müssen, sondern auch von unserem Leitungsteam. Wir sind zwar alle ziemlich unterschiedlich, aber wir haben uns einfach fast schon perfekt ergänzt und es ist wie eine kleine Familie entstanden.
 Wie wird es in Montpellier dann bald wohl, zunächst einmal ohne „Ersatzoma“ Elli und „Ersatzopa“ Herbert weitergehen?

Wenn ich daran denke, kommen mir schon jetzt die Tränen. Auch die Kids werden sie vermissen. Lasst uns gemeinsam dafür beten, dass wir auch in Montpellier schnell solch liebevolle „Großeltern“ für die Kids finden werden.
In dieser Zeit des Umbruchs spricht Gott sehr stark über Luca und Joy zu uns:
Welche große Wahrheit steckt in Lucas spontanem Lobpreis!

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. 
Seid ganz reich gesegnet!
 Eure 4 Bolanzens
Nick & Claudi mit Luca & Joy
"Unser" Reitbahnsee






Dienstag, 2. Januar 2018

Neujahrsgrüße aus der Oase


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Neujahrsgrüße aus der Oase

Rundbrief im neuen Gewand

Dieser Rundbrief hat zum ersten Mal nicht nur ein neues Design, sondern auch einen veränderten Inhalt. Zukünftig möchten wir nicht mehr nur zurückblicken auf das was war und informieren über das, was kommen wird, sondern versuchen in unsere Artikel Aspekte mit einfließen zu lassen, die auch für dich persönlich und deine Gemeindesituation relevant sein könnten. Natürlich wird sich nicht immer jeder von allem angesprochen fühlen, aber unsere Hoffnung und unser Gebet ist, dass für den ein oder anderen hin und wieder mal etwas dabei sein wird, das ihn selbst inspiriert und glaubensmäßig ermutigt. Insofern wünschen wir dir nun viel Freude beim Lesen!
Euer Nick Bolanz

Jüngerschaft – Traum oder Wirklichkeit?

In der Oase steht ein Wandel an. Bald werden wir die Oase verlassen und nach Frankreich „weiterziehen“. Unsere Verabschiedung in der Oase, zu der alle herzlich eingeladen sind, wird am Sa., 21. April um 15 Uhr stattfinden. Doch was bleibt?
Es bleiben (inzwischen!) viele Menschen, die ihr Leben Jesus Christus gegeben haben, die eine Entscheidung für ihn getroffen haben. Menschen, die „treue“ Oase-Besucher sind, die sich – zumindest immer öfter – von ganzem Herzen wünschen, Gott tiefer zu begegnen, so dass er nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Mitmenschen verändert.
Aus diesen Erfahrungen heraus entstand unsere „Oase-Vision 2.0“:
„Wir wollen, dass Menschen verschiedener sozialer Herkunft Jesus Christus kennen, sie begeistert mit IHM leben, IHM leidenschaftlich nachfolgen, in ihren Lebensbereichen Verantwortung übernehmen und dadurch als Multiplikatoren ihr Umfeld positiv prägen.“
Aber: So weit ist es noch nicht.
Die Realität sieht leider oft noch anders aus. Mehr oder weniger triftige Gründe halten nicht nur die Oase-Besucher, sondern– wenn wir mal ganz ehrlich zueinander sind – manchmal auch uns selbst zurück, Jesus aus tiefstem Herzen und mit 100%iger Leidenschaft nachzufolgen und Jüngerschaft ganz praktisch zu leben. Da ist die alleinerziehende Mutter, die alle Hände voll zu tun hat ihren Alltag zu meistern. Oder der Vater, der endlich Arbeit gefunden hat und den Traum hat für seine Familie bald ein Häuschen bauen zu können. Diese beiden fiktiven Personen können als Beispiele dienen, die uns aufzeigen, dass egal in welcher Lebenssituation wir uns gerade befinden, wir manchmal Schwierigkeiten damit haben, Jesus an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen.
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Gebet für Kranke ist oft Bestandteil beim offenen Begegnungsfrühstück.
Hin und wieder höre ich dann Aussagen wie folgende: „Ach, das ist doch ganz normal, dass in einer Gemeinde nur maximal 10 % der Leute Jesus so „richtig“ nachfolgen, der Rest macht es sich gemütlich“ oder auch – zumindest ungefähr – folgender Satz (eines Missionarskollegen!): „Die Oase ist und bleibt ein Sozialprojekt. Denkt ihr wirklich, ihr könnt aus diesen Leuten Nachfolger Jesu machen?“ Solche Sprüche entmutigen und an schlechten Tagen fällt es auch mir schwer zu glauben, dass Jesus hier im Reitbahnviertel wirklich etwas verändern möchte. Nichtsdestotrotz möchte ich uns – und mich selbst! - mit diesem Artikel motivieren, unseren Fokus wieder zu schärfen und uns den Missionsbefehl von Jesus zu Herzen zu nehmen: „Geht in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die gute Botschaft…“ (Mk. 16,16) bzw. „Machet zu Jüngern…“ (Mt. 28,19). Diese Aufforderung Jesu beinhaltet Aktivität. „Verkünden“ geht nur, indem ich entweder mündlich oder wenigstens schriftlich Zeugnis von Jesus gebe.
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Die Hälfte der Kollekte im "Kirche34"-Gottesdienst geht in die Weltmission. Der Gedanke, einen Teil seines Geldes zu spenden, ist für viele im Viertel völlig neu.
Alleine durch mein Verhalten kann ich die gute Botschaft nicht verkündigen, denn „nächstenliebend verhalten“ kann sich auch ein herzensguter Atheist, von denen es bei uns hier etliche gibt. Infolgedessen schließe ich daraus, dass es unser Auftrag als Nachfolger Jesu ist, aktiv etwas, das unseren Gaben und Fähigkeiten entspricht, dazu beizutragen, dass Menschen Jesus Christus als ihren Retter und Erlöser annehmen. Was Jesus dann selbst daraus macht, ist nicht mehr unsere Verantwortung, aber unser aktives „Machen“ sollte vorhanden sein; in aller Liebe versteht sich, denn „Eure Liebe zueinander wird der Welt zeigen, dass ihr meine Jünger seid.“ (Joh. 13,35) Was mache ich, wenn mir die notwendige Liebe dazu fehlt, was bei unserer Arbeit mit etlichen höchst herausfordernden Menschen durchaus des Öfteren vorkommt? Ich verbringe Zeit mit Gott und lasse mir die nötige Liebe von IHM – am besten täglich – schenken, bis mein Liebestank wieder überfließt, so dass ich meinen Mitmenschen von dieser überfließenden Liebe etwas abgeben kann.
Wie wird das Thema „Nachfolge“ in DEINER Gemeinde gelebt?
Wie lebst DU es selbst aktiv in deinem persönlichen Umfeld?
Welche Person hat dir Jesus aufs Herz gelegt, sie zu „jüngern“?
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Mitarbeiten "jüngert" am meisten die Mitarbeiter. Becky in der Oase-Käfer-Vorbereitung mit einer Mitarbeiterin.
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"Girls-Power" heißt ein neuer Mädels-Kreis, durch den Ilonka und Becky jugendliche Mädchen intensiver Begleiten wollen.
Bitte betet für uns, dass noch viel mehr Menschen als bisher in der Oase Jesus wirklich nachfolgen und Jüngerschaft aktiv leben.
Eure Claudia Bolanz

Wie wohnt es sich im Reitbahnviertel?


Aaron Köpke, Sozialarbeiter in der Oase, berichtet:
Wenn man zum ersten Mal nach Neubrandenburg kommt und der Himmel grau und bewölkt ist, macht das Reitbahnviertel keinen guten Eindruck. Auch mein erster Eindruck war eher deprimierend. Als Oase-Mitarbeiter wohnen wir alle direkt im Viertel. Wenn man in Neubrandenburg sagt, dass man im Reitbahnviertel wohnt, ziehen viele verwundert die Augenbrauen hoch. Auch als Sozialarbeiter lernt man, dass Abgrenzung von der Arbeit wichtig ist. Das Wohnen vor Ort bringt für uns als Team aber große Vorteile, auf die wir nicht verzichten wollen. Das Reitbahnviertel ist von der Fläche eher klein, 350 m breit und 800 m lang. In diesem überschaubaren Bereich wohnen 4500 Menschen. Wenn wir 5 Minuten zu Fuß zum Supermarkt gehen, ergeben sich schon die ersten Kontakte. Nach mehreren Jahren in der Oase kennt man hier viele Leute. Auch Menschen, die die Angebote der Oase nicht nutzen, treffen wir regelmäßig auf der Straße. Das ermöglicht Kontakte über die Oase hinaus. Da wir als Team alle im Viertel wohnen, sind auch die Wege zueinander sehr kurz. Sich besuchen oder spontan Hilfe holen ist ganz einfach.
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Plattenbauten lassen Menschen anonym erscheinen. Die Anonymität löst sich aber mit der Zeit auf. Nach und nach kann man ganz viele Gesichter zuordnen. Irgendwann weiß man, wo die Menschen wohnen, wer sich rührend um die 4 qm Blumenbeet vor dem Haus kümmert und wer einen Hund hat. Vor dem Hochhaus sitzen oft viele Männer und Frauen, sie trinken und quatschen laut miteinander. Eigentlich finde ich solche Menschenansammlungen sehr unangenehm, inzwischen aber rufen Leute aus dieser Gruppe laut meinen Namen, wenn ich in Eile an ihnen vorbeihusche. Sie sind keine Fremden mehr, einige kennen mich z.B. durch ihre Kinder. Manchmal strahlt das Reitbahnviertel was ganz gemütliches aus. Wenn an einem warmen Sommerabend sich manche Bewohner beim Rauchen von Balkon zu Balkon leise unterhalten, erinnert uns das an die Atmosphäre eines Campingplatzes. Oder wenn wir im Winter aus dem Fenster gucken, leuchten hunderte bunte Lichter der Weihnachtsdekoration zu uns herüber.
Das Viertel hat seine Schattenseiten! Wir ärgern uns über den vielen Müll, die tausend Zigarettenstummel und Kronkorken. Besonderes mit kleinen Kindern ist es einfach furchtbar, dass überall Hundekacke liegt. Aber anders als bei Menschen, die hier arbeiten und dann wieder gehen, ärgern wir uns über unser eigenes Viertel. Es ist unser eigener Lebensraum, der uns wichtig ist, weil hier unsere Kinder aufwachsen. Bei allem, was uns am Reitbahnviertel stört, nicht nur beim Schmutz, sondern auch der Atmosphäre der Belanglosigkeit oder Hoffnungslosigkeit, sitzen wir mittendrin. Das macht einen großen Unterschied. Wir sind nicht die Kritiker von außen, sondern wollen Veränderung von innen. Wir wollen mit der Oase zusammen mit den Menschen, mit denen wir hier leben, von innen heraus das Viertel aufwerten. So sehen wir mit jeder neuen Beziehung die Anonymität weichen. Bei jedem ersten Glaubensschritt erleben wir, wie die Jesus-Familie um uns herum wächst. Und das tut einfach gut!
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Maria – unser „Oase-Urgestein“


Maria (63 J.) kommt schon sehr lange zur Oase. Sie bringt sich ein, wo immer „Not am Mann“ ist. Sei es beim Wäsche zusammen legen, Oasefrühstück richten, putzen, basteln oder auch im Gottesdienst. Keiner moderiert wie Maria! Sie redet einfach, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und alle lieben sie, weil sie so authentisch ihren Glauben lebt wie kaum ein anderer. Claudia hat Maria für den Rundbrief interviewt.
C: Wie hast du die Oase kennen gelernt?
M: Meine Freundin Martina hat mich vor vielen Jahren mal zum Oasefrühstück eingeladen und dann bin ich mitgekommen.
C: Warum kommst du gerne zur Oase?
M: Ich liebe die Oase! Sie ist ein Stück meines Lebens geworden. Ich gehe gerne hierher, weil man in der Oase viele Leute trifft und sich mit ihnen unterhalten kann, wir können hier aber auch zusammen beten und Jesus erleben. Das ist so schön!
C: Wie bist du gläubig geworden?
M: Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, in dem wir als Kinder immer alle zusammen zur Christenlehre gegangen sind. Es war ein weiter Weg, aber das war es uns wert. Wir haben dort immer ein Bildchen zum Sammeln geschenkt bekommen, daran erinnere ich mich noch gut. Interessant war auch, dass wir als Kirchgänger damals in der DDR keinerlei Nachteile hatten. Schon zu dieser Zeit war uns Gott sehr gnädig.
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Maria (3. von links) mit Freundinnen und ihrer Schwester Moni (2. von links) bei einer Foto-Wette im Rahmen der Wellness-Woche "Oase tut gut!"
C: Im letzten Gottesdienst hatten wir das Thema „Jüngerschaft“. Wie setzt du das in deinem Leben ganz praktisch um?
M: Ich lade viele Leute zur Oase ein, verteile Flyer für alle möglichen Oaseveranstaltungen und spreche Leute persönlich an. Ich erzähle ihnen von Jesus und bete in der Oase auch um Heilung für Kranke. Während des Oasefrühstücks treffen wir uns inzwischen hinten in der Sofaecke und bieten dort Gebet an.
C: Leider ist vor ein paar Wochen deine Schwester Moni an den Folgen eines schweren Herzinfarkts verstorben. Sie ist ebenso wie du regelmäßig zur Oase gekommen und hat ihr Leben schon lange Jesus gegeben. Mich hat es beeindruckt, wie du bis zuletzt für sie gebetet hast, wie wir zusammen gehofft und gerungen und zuletzt über ihren Tod geweint haben. Jetzt ist Moni bei Jesus. Die Trauerfeier in der Oase war ein großes Zeugnis. Ich habe den Bestatter sogar gesehen, wie er mit seinem Handy währenddessen gefilmt hat. Was denkst du, hat ihn so sehr beeindruckt?
M: Ich denke, er hat die Anwesenheit Gottes gespürt. Moni hat Jesus geliebt. Wir haben ihre Lieblingslobpreislieder gesungen und ich vermute, dass der Bestatter unseren Zusammenhalt gespürt hat. Es war Nicks erste Trauerfeier und er hat zu Herzen gehende Worte gefunden. Ich bin für den Beistand von euch allen sehr dankbar.
C: Was war bisher dein beeindruckendstes Erlebnis mit Gott?
M: Meine Rückenheilung! Ich bin jahrelang von Arzt zu Arzt, von Orthopäde zu Orthopäde gelaufen. aber meine Schmerzen sind nicht weggegangen. Dann habt ihr für mich gebetet und plötzlich waren die Schmerzen weg. Das ist für mich ein Wunder, danke Jesus!
C: Was wünschst du dir im kommenden Jahr für die Oase, aber auch für dich persönlich?
M: Für die Oase wünsche ich mir, dass noch mehr Leute aus dem Reitbahnviertel zu uns kommen und Jesus kennen lernen. Vielleicht gelingt es uns bald, alle 14 Tage Gottesdienst zu feiern? Das wäre toll!
Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich gesund bleibe. Als neue Aufgabe kommt ganz aktuell hinzu, dass ich mich um Monis Mann kümmere, der alleine nicht zurechtkommt. Deshalb zieht er Anfang nächsten Jahres bei mir ein und wir gründen sozusagen eine Wohngemeinschaft. Es wäre so schön, wenn auch er sein Leben Jesus geben würde. Bitte betet auch dafür, dass ich genug Kraft habe, mich um ihn zu kümmern.
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Gebetsanliegen:

  • DANKE für unsere Oase-Vision 2.0. BITTE betet, dass sie bald Realität werden darf und immer mehr Menschen zu Nachfolgern Jesu werden.
  • Dass bald ein guter Nachfolger für Nick gefunden wird.
  • Für unsere Weihnachtsfeier am 3. Advent mit einem herausfordernden Krippenspiel in diesem Jahr: Dass die Weihnachtsbotschaft in die Herzen von vielen Zuhörern fällt und sie Jesus in ihr Leben aufnehmen.
  • DANKE an alle, die die Oase in diesem Jahr mit Gebet oder auch finanziell unterstützt haben, das ist so wertvoll und wichtig für uns!
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